Aktuelles
Ausstellungen im Jahr 2026

Das Leichte und das Schwere
Zeichnungen von Susanne Schossig
Skulpturen von Christa Baumgärtel
vom 19. September bis 30. Oktober 2026
Kunstforum Oldenburg, Rosenstraße 41, 26122 Oldenburg
Öffnungszeiten Montag – Freitag 8.30 – 12.00 Uhr
Montag, Mittwoch und Donnerstag 16.00 – 19.00 Uhr
Die Ausstellung „Das Schwere und das Leichte“ bringt zwei außergewöhnliche
künstlerische Positionen zusammen, die sich auf faszinierende
Weise ergänzen. Die keramischen Skulpturen von Christa
Baumgärtel treffen auf die filigranen, vielschichtigen Zeichnungen
von Susanne Schossig.
Christa Baumgärtel reduziert den menschlichen, insbesondere
den weiblichen Körper auf klare Formen und geometrische Strukturen.
Ihre Skulpturen verbinden organische und abstrakte Elemente
und entfalten eine kraftvolle Präsenz im Raum. Die in aufwendiger
Keramiktechnik entstandenen Arbeiten stehen für Beständigkeit,
Ruhe und Konzentration.
Dem gegenüber stehen die transparenten Zeichnungen von Susanne
Schossig. Mit Tusche und Feder schafft sie fein verwobene Netzwerke
von Linien und Schichten, die an Wurzelgeflechte, Landschaften
oder natürliche Wachstumsprozesse erinnern. Ihre Werke
laden dazu ein, sich Zeit zu nehmen und in ihre vielschichtigen
Bildräume einzutauchen.
Obwohl Material, Ausdruck und Erscheinung unterschiedlich sind,
verbindet beide Künstlerinnen die Suche nach Struktur, Reduktion
und einer tieferen Ordnung hinter den sichtbaren Formen. So entsteht
ein spannungsvoller Dialog zwischen Masse und Transparenz, Körper
und Linie, Erdung und Schwerelosigkeit.
Eine Ausstellung, die Gegensätze nicht trennt, sondern miteinander
in Beziehung setzt – poetisch, konzentriert und voller Entdeckungen.
O.T., Pinselzeichnung, Acryl auf Mylar, 125 x 125 cm
Kunst und Meditation
Zur zeichnerischen Praxis von Susanne Schossig
„In meiner künstlerischen Arbeit muss ich die Zeit verlassen“
„Die Intelligenz der Hand“, meint – im Hinblick auf den „Reflexionsgehalt beim Prozess des Zeichnens“ – (…) jenes Zusammenwirken von körperlicher Motorik und Bewusstsein, das im Bewegungsablauf des Zeichnens Form annimmt. (…) Susanne Schossig geht es weniger um diese psychologische Dimension der Zeichnung im Sinne eines Psychogramms, wenn sie auf die rationale Kontrolle über ihre Ausdrucksweise verzichtet und das „Wollen“ durch eine Ritualisierung ihrer Arbeitsweise ausschaltet. Ihre langjährige Verbindung zur Zen Meditation spiegelt sich in der entspannten Konzentration ihrer künstlerischen Arbeitsweise. Das vollkommene Bei-sich-Sein in der Meditation, in der die Gedanken nicht in die Zukunft schweifen, sondern in der Gegenwart verharren, ist ein Prinzip, das in ihren Zeichnungen begreifbar wird. Es ist ein Arbeiten in Konzentration, jedoch ohne zu denken. Eine Praxis. Ein Ritual, in dem das Denken überflüssig wird, weil die Abläufe vorgegeben sind und ihren Eigensinn entwickeln. Der Rhythmus des Körpers übernimmt das Voranschreiten auf der Fläche, wie ein Gehen ohne zu denken, denn „Intuition kann man nicht bestimmen oder Erzwingen“, wie die Künstlerin bemerkt. Das Neue wird nicht gesucht oder erzwungen. Sondern das Vertrauen in das Arbeiten wird zur Übung, aus der heraus das Neue als Erfahrung seine Form gewinnt.
(Aus einem Text von Prof. Ursula Frohne, Katalog Einatmen – Ausatmen, Bremen, 2022)
Art and Meditation
On Susanne Schossig's drawing practice
“In my artistic work I have to leave time”
“The intelligence of the hand” (…) as the “reflective content in the procedure of drawing”, means a collaboration of physical action and consciousness, which takes shape in the motion process of drawing. (…) Susanne Schossig’s interest is less directed at the psychological dimension of drawing in the sense of a psychogram, when she abstains from rational control over her expression and eliminates the “will” through a ritualized work mode. Her long-standing relation to Zen-meditation is reflected in the relaxed concentration of her artistic work method. The complete “being-at-herself” in meditation, by maintaining her thoughts in the present instead of letting them wander into the future, is the principle that becomes conceivable in her drawings. It is a work of concentration, without thinking. A practice. Thought is unnecessary within this ritual, because the procedures are pre-defined and develop their own sense. Similar to the process of walking where thinking is not a precondition, the body’s rhythm assumes the progress on the surface, because “intuition cannot be determined or enforced”, as the artist comments. The new cannot be searched for nor anticipated. Instead, trusting in the process of work becomes an exercise out of which the new gains its shape as a matter of experience.
(From a text by Prof. Ursula Frohne, catalog Inhale – Exhale, Bremen 2022)
Der Katalog „Einatmen – Ausatmen“
von Susanne Schossig
(160 Seiten, mit 18 ganzseitigen Detail-Abbildungen auf Transparentpapier).
Preis: 36,00 Euro, zuzüglich Versandkosten.
Die Vorzugsausgabe (Auflage 25 Exemplare), versehen mit einem signierten Original, kostet 120,00 Euro.
Bestellung über Email: susanneschossig@yahoo.de

